Deutsche Projektpartner

 

Das Deutsche Archäologische Institut und das Rathgen-Forschungslabor, Staatliche Museen zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz koordinieren die Vorbereitungsphase von E‑RIHS in Deutschland. Weitere Institutionen haben ihre Beteiligung an den vier Labs zugesagt:

Deutsches Archäologisches Institut

Die Aufgabe des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) ist die weltweite archäologisch-altertumswissenschaftliche Forschung. Mit seinen Forschungsprojekten schafft das DAI eine wichtige Grundlage für den Dialog zwischen Kulturen, für die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit und für den Erhalt des kulturellen Erbes. Das DAI ist auf fünf Kontinenten in über 350 Projekten tätig. Ihr Spektrum reicht von der Untersuchung des Heiligtums in Olympia, der Pyramiden von Dahschur in Ägypten, der Kaiserpaläste auf dem Palatin in Rom und des 12.000 Jahre alten Kultplatzes auf dem Göbekli Tepe in der Türkei bis zu Projekten in den Oasen der Arabischen Halbinsel. Darüber hinaus werden die antiken Kulturen in den Anden Perus, in der westlichen Wüste Chinas, auf den Salomonen im Westpazifik und der Osterinsel erforscht. 

In der E‑RIHS Vorbereitungsphase bringt das DAI  zum einen seine archäologische Expertise ein, zum anderen seine Expertise in der semantischen Datenmodellierung und der Archäoinformatik für die Programmierung eines Teils von DigiLab.

Rathgen-Forschungslabor

Das Rathgen-Forschungslabor der Staatlichen Museen zu Berlin, Stiftung Preußischer Kulturbesitz verfügt über eine digitale Datenbank aller seit 2005 erstellten Analysenberichte (ca. 1100). Spektren und Labordaten liegen in verschiedensten Formaten und zu diversen Methoden (Raman, FTIR, XRF, XRD, GC/MS) vor. Das Institut beherbergt umfangreiche Dokumentationen über analytische und materialtechnologische Untersuchungen, Datierung oder zu Themen der Präventiven Konservierung sowie eine Referenz- und Probensammlung.

Das historische Archiv des Rathgen-Forschungslabors beinhaltet ca. 700 Einträge, die bis in das 19. Jahrhundert zurückreichen, darunter auch handgeschriebene Dokumente von Friedrich Rathgen. Außerdem wurde ein Fälschungsarchiv mit mehr als 1000 Einträgen von Fälschungen in den 1970/80er Jahren zusammengetragen.

In der E‑RIHS Vorbereitungsphase bringt das Rathgen-Forschungslabor seine Expertise mit Labordaten ein und wird das DigiLab-System testen. Darüber hinaus ist es an ARCHLAB beteiligt.

Doerner Institut der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen

Im Zentrum der heutigen Tätigkeit des Doerner Institutes steht die Betreuung sämtlicher Bestände der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, die vom 14. Jahrhundert bis hin zur zeitgenössischen Kunst reichen. Weitere Schwerpunkte liegen auf dem Gebiet der kunsttechnologischen Erforschung historischer Maltechniken und -materialien sowie in der Entwicklung von physikalisch-chemischen Methoden zur Untersuchung von Kunstobjekten. Im Rahmen der Präventiven Konservierung nimmt die Beschäftigung mit Museumsbauten bedeutenden Raum ein. Insbesondere durch die enge Verbindung von praktischer Restaurierung, täglicher konservatorischer Museumsarbeit und international anerkannter naturwissenschaftlicher Forschung trägt das Institut wesentlich zur Erhaltung von Kulturgut bei.

Am Doerner Institut befindet sich ein bis in die 1950er Jahre zurück reichendes, naturwissenschaftlich-gemäldetechnologisches Archiv, das ca. ca. 7000 Akte zu Einzelwerken, vorwiegend Gemälden, umfasst. Das Dokumentationsmaterial umfasst Ergebnisse technologischer, bildgebender und materialanalytischer Untersuchungen sowie Querschliffproben von Gemälden. Das Daten- und Fotomaterial liegt sowohl analog als auch teilweise in digitaler Form vor. Materialanalytischer Labordaten diverser Methoden (LM, REM/EDX, FTIR, Raman, GC/MS, ASA, RFA, RFA Imaging, XRD) sind in verschiedensten Formaten zugänglich. Zum Werken des Sammlungsbestandes der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen liegen außerdem zahlreiche Restaurierungsdokumentationen vor.

Das Institut verfügt außerdem über eine umfangreiche Sammlung von Künstlermaterialien (ca. 8.800 Pigmente und Bindemittel, Künstlernachlässe, Firmenschriften, Apothekensammlung des 19. Jahrhunderts) sowie eine Sammlung maltechnischer Versuchstafeln (ab ca. 1910, Max Doerner und andere). Zu diesen Konvoluten liegen ebenfalls teilweise Materialanalysen vor.

Die Grunddaten der genannten Archive und Sammlungen sind in digitalen Datenbanken erfasst und damit recherchierbar.

Dr. Heike Stege vom Doerner Institut koordiniert ARCHLAB für Deutschland.

Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie

Das Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie (CEZA) in Mannheim beherbergt die wohl größte Sammlung von Analysen und Proben von prähistorischen Metallobjekten und von einer sehr großen Zahl von archäometallurgisch relevanten Proben (Erze, Schlacken, Ofenreste, Tiegel, etc.) aus Europa, dem Mittelmeerraum bis Mittelasien. Desweiteren besitzt das Institut eine Sammlung mit Daten von Textilfasern aus diversen kulturhistorischen Kontexten sowie ca. 50.000 Holzproben für die Dendrochronologie.

CEZA ist in drei Teilbereichen der naturwissenschaftlichen Forschung an archäologischen und kulturhistorischen Funden wesentlich beteiligt: Datierung mit physikalischen Methoden, Isotopen- und Ultraspurenelementanalyse sowie Bioarchäologie (Anthropologie, Untersuchung von pflanzlichen, menschlichen und tierischen Resten).

  1. Die ¹⁴C-Datierung von sehr kleinen Proben von ca. 1 mg Kohlenstoff wird mit einem Beschleuniger durchgeführt, wobei die Methodik weiter entwickelt wird, so dass auch noch Proben von 0,01 mg Kohlenstoff datierbar sind. Zusätzlich besteht die Möglichkeit der Lumineszenzdatierung von Keramik und Sedimenten und Holzproben werden im Labor für Dendrochronologie mit höchster Präzision datiert.
  2. Im Labor für Materialanalyse stehen verschiedene Methoden der Analyse von Haupt- und Spurenelementen zur Verfügung sowie mehrere Massenspektrometer zur Bestimmung der Isotopenverhältnisse verschiedener Elemente, die für kulturhistorische Objekte von Bedeutung sind (Blei, Strontium, Kupfer, Silber, Zinn, Osmium, etc.).
  3. Archäozoologischer und anthropologische Untersuchungen erschließen Informationen über die Lebensweise und Versorgung vergangener menschlicher Gemeinschaften und ihrer Haustiere.
  4. CEZA verfügt außerdem über besonders große Erfahrung auf dem Gebiet der Echtheitsuntersuchung kulturhistorischer Objekte.

Prof. Dr. Ernst Pernicka vom CEZA koordiniert FIXLAB für Deutschland. CEZA ist außerdem an ARCHLAB beteiligt.

Heinz Maier-Leibnitz Zentrum

Heinz Maier-Leibnitz Zentrum (MLZ), Technische Universität München, FRM II

Das MLZ ist an FIXLAB beteiligt.

Bundesanstalt für Materialprüfung

Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM), Fachgruppe I.4 Nuklearanalytik, Berlin

Das BAM ist an FIXLAB beteiligt.

Competence Center Archaeometry Baden-Württemberg

Das Competence Center Archaeometry Baden-Württemberg (CCA-BW) verfügt über eine Vielzahl von stationären Analyseverfahren (Lichtmikroskopie (Polarisation, 3D-Video, …), Laserscanningmikroskopie, Ramanspektroskopie, Röntgendiffraktion (hoch ortsaufgelöst, Pulver, non ambient, …), Mikro-RFA-Scanner und hat langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der Analyse von Objekten und Materialien des kulturellen Erbes.

Das CCA-BW ist an FIXLAB beteiligt.